Spatenstich für die Biogasaufbereitungs- und Einspeiseanlage (BGEA) der Stadtwerke Sankt Augustin

Spatenstich für die Biogasaufbereitungs- und Einspeiseanlage (BGEA) der Stadtwerke Sankt Augustin
Marcus Lübken (Mitte), Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Sankt Augustin, umringt von Führungskräften der rhenag und ihrer Tochtergesellschaft, der Siegburger Rhein-Sieg-Netz (RSN). (von links) Dr. Ralph Kusserow (Abt. Planung RSN), Heike Witzel (GF RSN), Marcus Lübken (GF SWA), Meinolf Hein (RSAG) und Andreas Esser (GF RSN). [Foto Anna Bücker, PR rhenag]

Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am 09. Mai 2023 in Sankt Augustin-Niederpleis ein besonderes Bauprojekt der Stadtwerke Sankt Augustin der Öffentlichkeit vorgestellt: der Bau einer Biogaseinspeiseanlage (BGEA). Diese BGEA bereitet zukünftig das Biogas aus den Bioabfällen der in unmittelbarer Nähe befindlichen RSAG-Kompostierungs- und Vergärungsanlage zu Bioerdgas auf und speist das auf Erdgasqualität aufbereitete Biogas anschließend in das Netz der allgemeinen Gasverteilung (Erdgasverteilnetz) von Sankt Augustin ein. Damit entsteht ein sinnvoller und optimaler Kreislauf der Abfälle aus den Biotonnen und der im Verwertungshof der RSAG eingehenden Gartenabfälle. Ein erwünschter Schritt zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die BGEA soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Die Aufnahme des Regelbetriebs ist bereits für Ende 2023 geplant.

Die Stadtwerke Sankt Augustin, in deren Eigentum sich das Erdgasverteilnetz in Sankt Augustin befindet, haben für den Bau ein Grundstück erworben, auf dem die BGEA nun errichtet wird.

Marcus Lübken, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke Sankt Augustin, ist überzeugt: „Wir müssen uns bei der zukünftigen Wärmeversorgung technologieoffen zeigen. Nur allein auf die Wärmepumpe zu setzen, wäre zu kurzsichtig. Indem wir die Bioabfälle auch energetisch nutzen, optimieren wir den Stoffkreislauf und gehen in Sankt Augustin einen weiteren Schritt in Richtung klimaschonender Wärmeversorgung. Aus diesem Grund investieren wir als kommunales Unternehmen rund vier Millionen Euro in dieses Zukunftsprojekt. Die Zukunft unseres Erdgasnetzes liegt in der Chance, dass unser Erdgasnetz ein Wasserstoffnetzausbaugebiet wird und somit allen Hauseigentümern in Sankt Augustin unnötige Investitionen erspart werden.“

Die Rhein-Sieg Netz (RSN) als technischer Betreiber des Sankt Augustiner Gasnetzes, übernimmt die technische Umsetzung des Projekts. Später, wenn die BGEA in Betrieb genommen ist, kontrolliert die RSN, ob das Biomethan, das aus der Vergärungsanlage der RSAG über eine Leitung in die BGEA gelangt, die erforderliche Erdgasqualität besitzt, denn Biomethan schwankt in seiner Zusammensetzung je nach der Qualität der Bioabfälle. Entsprechend der Konzentration wird Propangas zugeführt, um den Brennwert für Erdgas zu erreichen. Zudem gehört es zu den Aufgaben der RSN, dass durch die zuvor beschriebenen Maßnahmen konditionierte Gas auf den erforderlichen Druck zu bringen, die gelieferten Mengen zu zählen und das aufbereitete Gas ins Erdgasnetz einzuspeisen.

Die RSN geht von einer Einspeisekapazität von rund 350 Kubikmeter Biogas pro Stunde aus. Damit könnten rechnerisch rund 2.000 Einfamilienhäuser und kommunale Gebäude in Sankt Augustin mit grünen Abfällen bzw. der daraus gewonnenen nachhaltigen Wärme versorgt werden. Bilanziell wird das Biogas jedoch von der RSAG an Abnehmer in einem Vergabeverfahren verkauft.

Dr. Andreas Esser, Geschäftsführer der RSN, erklärt: „Biogas auf Erdgasqualität zu bringen, ist technisch durchaus anspruchsvoll. Aber wir haben hier einen Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Diesen Baustein sollten wir nutzen – vor allem, weil das Biogas in unmittelbarer Nähe, direkt in unserer heimischen Region, als Nebenprodukt der Abfallbeseitigung erzeugt wird. Wir freuen uns daher auf die Kooperation mit den Stadtwerken Sankt Augustin und der RSAG bei diesem spannenden und ökologisch sinnvollen Projekt.“

Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH (RSAG) arbeitet seit März 2021 mit Hochdruck daran, in ihrer Biogasanlage auf dem Gelände der ehemaligen Abfalldeponie in Niederpleis bis Ende Oktober 2023 reichhaltiges Biogas zu produzieren, das über eine Leitung in die BGEA zugeliefert werden kann.

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